Einhaltung der Vortragszeit (15 Minuten) bei der Projektpräsentation

Ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung der Projektpräsentation ist das Einhalten der verfügbaren Vortragszeit durch den Prüfling. Häufig kommen Fragen auf wie:

Muss ich die 15 Minuten wirklich exakt einhalten? Sind 13 oder 17 Minuten auch ok? Darf ich einen Handytimer auf den Tisch legen, um die Zeit im Blick zu behalten?

In diesem Artikel werde ich die genannten Fragen beantworten. Die kurze Empfehlung: Halte die 15 Minuten exakt ein und verwende einen Timer während des Vortrags.

Warum ist das Einhalten der Zeitvorgabe so wichtig?

Auch wenn für jeden Prüfling die eigene Prüfung sicherlich das wichtigste Event des Prüfungstages ist, haben die Prüfer nicht nur diesen einen Termin, sondern müssen einen strengen Zeitplan einhalten, um alle Prüfungen abnehmen zu können. Wir sitzen teilweise von morgens 8 Uhr bis abends 18 Uhr in Prüfungen und haben pro Prüfling genau eine Stunde Zeit. In dieser Zeit müssen die Projektpräsentation, das Fachgespräch und die Notenfindung abgeschlossen sein.

Eine übliche Prüfungsstunde teilt sich (bei uns) wie folgt ein:

  • 5 Minuten: Begrüßung und Organisatorisches
  • 15 Minuten: Projektpräsentation
  • 10 Minuten: Fragen für das Fachgespräch überlegen
  • 15 Minuten: Fachgespräch
  • 10 Minuten: Notenfindung
  • 5 Minuten: Verabschiedung

Wenn ein Prüfling seine 15 Minuten nicht einhält, verzögert sich der gesamte weitere Ablauf und die nachfolgenden Prüflinge haben das Nachsehen (und die Prüfer kommen später in den wohlverdienten Feierabend 😉 ).

Außerdem ist es ja eine Benachteiligung für alle anderen Prüfling, wenn einzelnen Prüflingen mehr Zeit für die Darstellung ihres Projekts gewährt wird. Im Sinne einer fairen Behandlung der Prüflinge ist also auf die einheitliche Präsentationszeit zu achten.

Was ist überhaupt die Zeitvorgabe?

Wie komme ich auf die genannten 15 Minuten? Eigentlich steht diese Zahl nirgends in der Verordnung über die Berufsausbildung im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik. Unter §15, Abs. 2 findet man lediglich diesen Text:

Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung eine betriebliche Projektarbeit durchführen und dokumentieren sowie in insgesamt höchstens 30 Minuten diese Projektarbeit präsentieren und darüber ein Fachgespräch führen.

Das heißt, für Präsentation und Fachgespräch stehen zusammen 30 Minuten zur Verfügung. Allerdings hat es sich eingebürgert, beiden Teilen den gleichen Anteil an der Prüfungszeit einzuräumen (was ja auch sinnvoll ist).

Theoretisch könnte die Präsentation also auch länger bzw. kürzer sein als 15 Minuten, aber viele Prüfungsausschüsse gehen von dieser Zeit aus und werden sie auch exakt einhalten. Es kann also sein, dass bei 15 Minuten die Präsentation abgebrochen wird, wenn kein Ende in Sicht ist.

Was tun, wenn die Präsentation zu lang ist?

Ich habe schon häufiger von der magischen Grenzen von 18 Minuten gehört, nach denen der Prüfungsausschuss definitiv abbricht. Aber meine Hand lege ich dafür nicht ins Feuer. Es kann auch sein, dass du bereits nach 16 Minuten unterbrochen wirst. Das entscheidet jeder Ausschuss individuell.

Falls du es nicht hinbekommst, bei exakt 15 Minuten zu landen und ein wenig (1-2 Minuten) überziehen musst, ist es ratsam, Seitenzahlen in die Präsentation einzubauen. So kann der Ausschuss nämlich sehen, ob du bei 15 Minuten noch 20 oder nur noch 2 Folien vor dir hast und lässt dich ggfs. eher gewähren. Ich empfehle dieses Vorgehen allerdings nicht.

Da du im Vorfeld wahrscheinlich nicht herausbekommst, welche Vorgaben dein Prüfungsausschuss macht, ist es ratsam, sich strikt an die 15 Minuten zu halten.

Was tun, wenn die Präsentation zu kurz ist?

Normalerweise solltest du mehr als genug Inhalt haben, um die 15 Minuten zu füllen. Du kannst alle Projektphasen durchgehen, deine Artefakte vorstellen, die Wirtschaftlichkeit betrachten usw. Wenn du die 15 Minuten nicht gefüllt bekommst, hast du wahrscheinlich ein zu dünnes Thema für deine Projektarbeit gewählt.

Aber warum ist es überhaupt ein Problem, wenn man weniger als 15 Minuten für den Vortrag verbraucht? Die Antwort: Bei einer kürzeren Präsentation schöpfst du nicht dein gesamtes Potential aus. Und gerade bei einem schlechten Prüfungsergebnis wirst du dir dann unweigerlich im Nachhinein die Frage stellen, ob du nicht besser abgeschnitten hättest, wenn du alle dir zur Verfügung stehenen Mittel ausgenutzt hättest.

Also füll deine Folien mit allen interessanten Inhalten deines Projekts auf. Es geht nicht darum, Zeit zu schinden, sondern einen Mehrwert für die Prüfer zu schaffen. Denk daran, dass die Note für die Präsentation hauptsächlich von den Inhalten deines Vortrags abhängt!

Wie halte ich die Zeit ein?

Eine Sache ist, die verfügbare Zeit zu kennen. Aber wie hält man sich nun während der Prüfung daran?

Die Antwort ist simpel: Auf die Uhr schauen. Und noch wichtiger: Die Präsentation im Vorfeld so lange üben, bis es klappt.

Es gibt kein Zaubermittel, um die Zeit einzuhalten. Du musst die Präsentation so oft wie nur eben möglich üben, um auf die 15 Minuten zu kommen. Ich empfehle, die Präsentation ein paar Mal alleine vor dem Spiegel zu üben, um erstmal grob auf die Zeitvorgabe zu kommen (und nervige Angewohnheiten wie „Ähms“ und Rumgehampel abzustellen). Danach ist es unbedingt sinnvoll, eine Probe vor Publikum zu machen, da viele Prüflinge schneller sprechen oder aufgeregt sind, wenn sie Zuschauer haben. Es gibt also ein realistischeres Bild des Zeitbedarfs, wenn man unter echten Prüfungsbedingungen übt. Sehr empfehlenswert ist natürlich auch, vor dem/der Ausbilder/in zu präsentieren, um wertvolles Feedback zu den Inhalten zu bekommen.

Wie behalte ich die verstrichene Zeit im Blick?

Während der Prüfung (aber auch schon während der Proben!) würde ich unbedingt einen Timer (zählt rückwärts und man spart sich das Berechnen der noch verfügbaren Zeit) oder wenigstens eine (Stopp-)Uhr benutzen, um bei Fehlentwicklungen (sowohl nach unten als auch nach oben) gegensteuern zu können, und Inhalte ggfs. zu verkürzen bzw. zu verlängern.

Hierbei kommt oft die Frage nach einer geeigneten Form auf. Es ist meiner Meinung nach z.B. völlig in Ordnung, wenn man sich eine (Stopp-)Uhr auf den Tisch legt oder dafür sein Handy benutzt. Ich wüsste nicht, was dagegen sprechen sollte. Das wäre auch kein Grund für einen Punktabzug. Im Gegenteil: Es zeugt ja von einem professionellen Vortrag, wenn man die Zeit im Blick behält.

Klassische Uhr

Grundsätzlich empfehle ich keine „normale“ Uhr, sondern einen Timer oder einer Stoppuhr. Die normale Uhr hat den zentralen Nachteil, dass man vielleicht nicht pünktlich zur vollen Stunde in die Prüfung startet und sich dann immer den Beginn der Prüfung merken und die abgelaufene Zeit „berechnen“ muss. Und das lenkt vom Vortrag ab und klappt auch nie so richtig.

Man wird z.B. kaum um exakt 09:10:00 Uhr die Präsentation starten, sondern eher um 09:07:25 Uhr. Und im Kopf die verstrichenen Minuten und Sekunden auszurechnen ist fast unmöglich. Man beraubt sich also sehr wahrscheinlich einiger Sekunden oder gar Minuten, wenn man nicht die exakte abgelaufene Zeit vor Augen hat.

Armbanduhr

Von einer Armbanduhr würde ich darüber hinaus abraten, weil man natürlich immer den Blick auf die Uhr machen muss und man das kaum unauffällig hinbekommt. Das wirkt dann sehr störend und lenkt vom Vortrag ab.

Besser ist es, die Uhr zwischen den Prüfling und den Ausschuss zu stellen, damit man unauffällig die Zeit in Erfahrung bringen kann ohne den Blick vom Ausschuss abzuwenden.

Handy

Viele Prüflinge nutzen dafür z.B. ihr Handy. Das ist normalerweise groß genug, um die Zeit auch aus einiger Entfernung ablesen zu können und hat eine eingebaute Stoppuhr bzw. einen Timer.

Sollte es allerdings Ausschüsse geben, die Handys auf dem Tisch nicht so gerne sehen (warum auch immer), hat der Prüfling ein Problem. Ich empfehle, vor der Prüfung zu fragen, ob eine Handy auf dem Tisch ok ist. Und bitte achte darauf, dass es im Flugmodus ist. Denn eine eingehende WhatsApp-Nachricht während der Prüfung hört sich vielleicht lustig an, führt aber wahrscheinlich zum Punktabzug.

Präsentationsmodus der Präsentationssoftware

Um Problemen wie den obigen vorzubeugen, empfehle ich meinen Azubis immer, den Präsentationsmodus der Präsentationssoftware zu nutzen. Der hat neben der Uhrzeit auch einen Timer integriert. Außerdem sieht man die nächste Folie und kann seine Übergänge deutlich flüssiger gestalten. Und auch die Notizen sind sichtbar, sodass man in der Aufregung keine wichtigen Inhalte vergisst.

Präsentationsmodus in PowerPoint

Den Laptop mit der Präsentation kann man normalerweise gut zwischen sich und dem Ausschuss platzieren, sodass die Blickrichtung passt. Und die Darstellung auf dem Bildschirm ist normalerweise groß genug, um die Inhalte auch aus der Entfernung ablesen zu können.

Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie viele Prüflinge den Präsentationsmodus gar nicht kennen. Für mich ist er ein essentielles Tool bei jeder Präsentation.

Fazit

Die Einhaltung der 15 Minuten Präsentationszeit ist sehr wichtig. Benutze am besten den Präsentationsmodus deiner Präsentationssoftware zur Kontrolle deiner Vortragszeit. Wenn das nicht möglich ist, empfehle ich einen Timer oder eine Stoppuhr (ggfs. auf dem Handy). Achte darauf, dass du möglichst unauffällig die Zeit ablesen kannst, um nicht von deinem Vortrag abzulenken.


Wie wirst du während deines Vortrags die Zeit im Blick halten? Oder hattest du gar schon deine Projektpräsentation und kannst über deine Erfahrungen berichten? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar.

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10 thoughts on “Einhaltung der Vortragszeit (15 Minuten) bei der Projektpräsentation

  1. Hallo Stefan,

    ich habe am 1.2. meine mündliche Prüfung und habe bei meiner Präsentation tatsächlich nur noch das Problem der Zeit. Mal brauche ich 14:30, mal 17:10, einfach, weil ich aus meinen Notizen mal mehr raushole und mal weniger: „Oh, ich habe eben 20 Sekunden gespart, dann kann ich ja hier noch einen Nebensatz einbauen… Huch, das waren jetzt aber 40 Sekunden.“ Das natürlich ohne Denkpausen, sondern schon quasi auswendig gelernt. Ich muss immer noch das Optimum finden.
    Ich nutze (selbstverständlich) den Präsentationsmodus (mit Presenter) und habe mir wie Markus ein paar Zeiten in die Notizen geschrieben. Wenn nur die Einführung ins Thema nicht so lang und kompliziert wäre…
    Mal sehen. Ich werde dann noch mal berichten, wie es war.

    Mit freundlichen Grüßen
    Michael

  2. Hallo Michael,

    ich kann dir nur eins empfehlen: Üben, üben, üben! Dann klappt es auch mit der Zeit.

    Würde mich freuen zu hören, wie es ausgegangen ist. Ich drücke die Daumen!

    Viele Grüße!
    Stefan

  3. Hallo Stefan,

    ich habe ebenfalls am 1.2. meine mündliche Prüfung. Ich bin ehrlich gesagt immer sehr nervös vor Prüfungen. Und so werde ich es wahrscheinlich auch vor dieser sein. Vielen Dank für deine guten Ratschläge diese helfen jedem mit Sicherheit weiter.

    Ich habe noch eine Frage bzgl. des Fachgesprächs. In diesen zehn Minuten zwischen Präsentation und Gespräch, geht der Prüfling wahrscheinlich kurz vor die Tür. Wieviele Fragen werden sich denn überlegt, bzw. dem Prüfling gestellt? Beziehen sich die Fragen nur auf die Projektarbeit oder auf allgemeines IT-Wissen?

    Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

    Viele Grüße

    Daniel

  4. Hallo Daniel,

    vorweg: Du kannst mich ruhig duzen und ich mache das mit dir jetzt auch einfach mal 🙂

    wir überlegen uns die Fragen, während der Prüflung „draußen“ wartet. Das muss aber nicht so sein. Einige Ausschüsse starten direkt ins Fachgespräch. Fragen können zu allen möglichen Themen gestellt werden, aber der Fokus liegt meist auf dem Projekt. Schau mal hier: Vorbereitung auf das Fachgespräch.

    Viele Grüße!
    Stefan

  5. Hi,

    bei „unserer“ IHK im südlichen Teil von Deutschland läuft das anders ab.
    Ich habe gestern Teil A hinter mich gebracht.
    Wir hatten für die Präsentation 10 Minuten und dann folgte gleich darauf das Fachgespräch. Es kamen KEINE Fragen zur Präsentation, nur zur Dokumentation.
    Das Fachgespräch dauert hier auch nur 10 Minuten und das anschließende Warten belief sich auf ca. 5 Minuten.
    Anschließend wurde der „Bestanden“ Zettel ausgehändigt und noch kurz über die Doku und die Präsentation gesprochen.

    Ist einfach alles zu sehr abhängig bei welcher IHK die Prüfung gemacht wird.

    Gruß,
    ich

  6. Hallo ich,

    danke für den Erfahrungsbericht. Immer wieder interessant zu erfahren, wie die Prüfungen bei anderen IHKen ablaufen.

    Aber die Zeiten für Präsentation und Fachgespräch standen dann doch bestimmt vorher in einem Schreiben der IHK oder nicht? Irgendjemand wird dir doch vorher gesagt haben, wie viel Zeit du hast.

    Viele Grüße!
    Stefan

  7. Hi,

    ja klar, Zeiten standen bereits auf dem Einladungsschreiben zu Teil A und Teil B.
    Aber ich hatte doch erwartet, dass zwischen Präsi und Fachgespräch ein klein wenig Puffer ist, indem sich der PA über die Präsi unterhält und auch hierzu fragen stellt.
    Aber es kamen nur Fragen zur Dokumentation – natürlich auch alles was damit zu tun hatte.

    Nichts desto trotz, ich bin jetzt fertig.
    Zweite Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. 😀

    Jetzt müsste mir nur noch mein Traumjob über den Weg laufen, bzw. in einer Anzeige oder auf einer „Karriere-Seite“ des Unternehmens gefunden werden.
    Eine Kombination aus meinem ersten gelernten Beruf (Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik) und Fachinformatiker; am Besten noch in der Industrie in einem großen Automobilkonzern wie BMW oder Audi, da beides in unmittelbarer Nähe ist.
    Oder einem großen Automobilzulieferer wie Continental.

    Naja mal schauen was die Zeit mit sich bringt, erstmal bei meinem Ausbildungsbetrieb weiter arbeiten und Geld verdienen. Eventuell ergibt sich was, 6 Monate Probezeit habe ich ja jetzt mit kurzer Kündigungsfrist.

    Aufjedenfall Danke Stefan für deine Seite.
    Du hast mir gute Tipps und Ratschläge gegeben – sei es Prüfung Teil B, Dokumentation, Präsentation oder Fachgespräch, aber auch kleine Sachen wie die Rechte des Bildes usw..
    Danke dafür!!

    Gruß,
    ich

  8. Hallo Stefan,

    ich habe eine klitzekleine Frage zu der Präsentation.
    In welcher Zeitform präsentiere ich? Sage ich „Ich habe die Switches konfiguriert“ oder „Die Switches wurden Konfiguriert“ oder „Die Switches hatte ich konfiguriert“?

    Ich bin mir noch ziemlich unsicher, welche Erzählperspektive und welche Zeitform ich bei der Präsentation nehmen soll.

    Bitte helfe mir.

    Grüße
    Benny

  9. Hallo Benny,

    ich muss sagen, dass mir die Zeitform bei der Präsentation fast egal wäre. Anders als bei der Projektdokumentation. Die letzte Form (Plusquamperfekt) geht meiner Meinung nach gar nicht. Bei den beiden anderen Formen hast du die freie Wahl. Da es sich aber um deine Projektarbeit handelt, würde ich zu erster Form raten. Ich habe glaube ich auch noch nie eine andere gehört. Die passive Variante würde ich nur für die Doku empfehlen (sachlicher Text). Bei der Präsentation geht es um deine Leistung. Da würde ich durchaus „ich“ verwenden.

    Viele Grüße!
    Stefan

  10. Hallo Stefan,

    vielen lieben Dank für deine Antwort!

    Es kommt mir echt komisch vor, wenn ich mit der Präsentation anfange und sage „Heute stelle ich Ihnen meine Präsentation vor“, dann etwas über das Unternehmen erzähle und als Zielgruppe beispielsweise die internen Fachkollegen auswähle.

    Grüße,
    Benny

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